Obwohl
schon 1991 die Möglichkeit bestand, den Berliner
Fußball-Verband zu verlassen und statt dessen
in Brandenburg zu spielen, entschied man sich auf Grund
finanzieller und sportlicher Gesichtspunkte dazu, weiterhin
in Berlin zu spielen. Auch in der Hoffnung, dass sich
die neu formierte Mannschaft schnell findet und nach
einer gewissen Phase der Eingewöhnung den Sprung
in eine höhere Spielklasse schafft. Diese wurde
verstärkt durch ein Freundschaftsspiel unmittelbar
vor Saisonbeginn, welches gegen den Oberligisten Tennis
Borussia erst nach hartnäckiger Gegenwehr 0:3 verloren
ging. Auch im Pokal musste man sich dem Landesligisten
Tasmania 73 nur denkbar knapp und nach Verlängerung
(0: 1) geschlagen geben. Doch es sollte ein sehr
schwieriges Unterfangen werden. Im "neuen"
Berlin wurde auch die Spielklassen neu zusammengestellt.
Eintracht kam in die Kreisliga A, in der Mannschaften
aus der Bezirkslasse der ehemaligen DDR sowie aus der
Kreisliga aus dem früheren West-Berlin aufeinander
trafen. Der Start ließ hoffen: 120 Zuschauer sahen
zum Auftakt ein 2:2 gegen den VfB Berlin, am 3. Spieltag
gelang ein 5:2 gegen VSG Rahnsdorf. Doch schnell schien
sich zu bestätigen, dass die Vereine aus dem Westteil
der Stadt stärker waren als die aus dem Osten (letztlich
sollten mit dem Lichtenrader BC, Viktoria 89, BSV 92,
Germania 88, Westend 01 und Berliner AK alle sechs Aufsteiger
aus dem Westen kommen). Am Ende der Hinrunde standen
für Eintracht nur vier Siege und fünf Unentschieden
auf der Habenseite, in der Rückrunde kamen sogar
nur noch sieben Punkte dazu, so dass es am Ende lediglich
zu Rang 12 reichte. Den gleichen Platz belegte man auch
in der folgenden Saison, wobei sogar lange der Abstieg
drohte. Erst am 11. Spieltag gelang (mit einem 3:0 gegen
Göztepe) der erste Sieg, als Vorletzter (mit gerade
einmal 9:21 Punkten) überwinterte man auf einem
Abstiegsplatz. Erst durch eine Erfolgsserie von 9:1
Punkten zwischen dem 20. und 24. Spieltag wurde
noch der Sprung ans rettende Ufer geschafft.
Doch
kurz darauf drohte schon neues Ungemach. Im Herbst
1993 wurde der Saisonstart mit fünf Niederlagen
völlig verpatzt. Für Peter Berndt, der 1992
Günter Höltz abgelöst hatte, sprang Hilmar
Wilde als Trainer ein. Danach wurde es zwar etwas besser,
aber nicht richtig gut. 10: 18 Punkte bedeuteten nach
der ersten Halbserie wieder nur Platz 12. Doch zu Beginn
der Rückrunde gelang mit dem 4:1 beim bis dato
souveränen Spitzenreiter DJK Burgund die Wende.
Vier Siege in Folge brachten den Sprung ins gesicherte
Mittelfeld, wo man sich dann auch behaupten konnte.
Am Ende der Saison stand endlich der erhoffte einstellige
(7.) Tabellenplatz. Ähnlich verlief die Serie 94/95:
Wieder eine verkorkste Hinrunde, an deren Ende man mit
12:18 Zählern gar auf einem (14.) Abstiegsrang
lag, wieder eine deutliche Steigerung im Frühjahr
mit zwischenzeitlich vier Siegen in Folge, schließlich
abermals eine Mittelfeldplatz (9.). Die nächste
Saison, bereits im Frühjahr '94 hatte Uwe "Center"
Rother das Traineramt übernommen, blieb nicht wegen
ihres eher "unaufgeregten" Verlaufs frei von
jeglichen Abstiegssorgen (am Ende stand dann Rang 8
zu Buche) in Erinnerung, als vielmehr wegen der Skandalspiele
gegen den BSV Hürtürk. Schon das Punktspiel
in Miersdorf geriet zur Farce, als die Gäste dank
einiger höchst umstrittener Schiedsrichterentscheidungen
3:2 gewannen. Kurz darauf trafen beide Kontrahenten
an gleicher Stätte noch einmal aufeinander, diesmal
im Paul Rusch-Pokal. Die Partie endete im Eklat: Als
ein Gästespieler den Miersdorfer Linienrichter
tätlich angriff, wurde das Spiel beim Stande von
1:0 für Eintracht abgebrochen. Allerdings muss
gesagt werden, dass solcherlei Geschehnisse zur absoluten
Ausnahme gehörten. Der Pokal hatte in dieser Saison
aber auch seine angenehmen Seiten: Nämlich die
Partie gegen den Verbandsligisten Frohnauer SC, in der
trotz des 0:3 eine beachtliche Leistung geboten wurde. |