Ende
des 19. Jahrhunderts hielt der Fußball, als dessen
Mutterland bekanntlich England gilt, auch in Deutschland
Einzug und es wurden die ersten Vereine gegründet.
Als "Urahn" gilt diesbezüglich der noch
heute existierende Berliner Fußball-Club (BFC)
Germania 1888. Im Umland der damaligen Reichshauptstadt
sollte es noch ein paar Jahre länger dauern, bis
die Begeisterung für das runde Leder geweckt war.
Miersdorf war zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts
ein ziemlich verschlafenes Örtchen mit gerade einmal
150 Einwohnern. So gesehen mutet es fast schon etwas
verwegen an, dass einige von ihnen tatsächlich
vorhatten, einen Fußball-Verein zu gründen.
Doch das Vorhaben wurde in die Tat umgesetzt. Am 1.
Juli 1912 war es so weit: In der Gaststätte Dorfkrug
- hier sollten auch in der Zukunft noch viele wichtige
Entscheidungen fallen - fand die Gründungsversammlung
statt, an deren Ende der "Sportclub Eintracht Miersdorf"
aus der Taufe gehoben war. Zum 1. Vorsitzenden wurde
der Landwirt Willi Krüger gewählt.
Die
Anfänge des neuen Vereins, zu dem neben Fußball
noch die Abteilungen Leichtathletik und Turnen gehörten,
gestalteten sich etwas schwierig. Sportkleidung und
Bälle zu besorgen, war das eine Problem, ein geeignetes
Gelände zum Spielen zu finden das viel größere.
Erst nach langen Bemühungen bekam man vom Landwirt
Wilhelm Rühle ein Stück Land zur Verfügung
gestellt. Doch die Freude währte nur ein Jahr.
Denn bereits 1913 wurde dieses Gelände parzelliert
und der Verein musste auf einen anderen Platz umziehen
(wo er immerhin bis 1921 bleiben dürfte). Sportlich
wurden die Anfangsjahre durch Spieler wie Karl Zeige,
Otto Ziege, Paul Rühle, Willi Wilde, Gustav Lehmann,
Hans Köntopp, Willi Schädiger, Rudolf Koch,
Franz Huck, Karl Heinz und Fritz Paul geprägt.
Der Ausbruch des 1. Weltkrieges jedoch unterbrach die
Entwicklung. Der Spielbetrieb wurde behindert, weil
ständig Spieler zum Heeresdienst eingezogen wurden.
Am 2. September 1916 kam es daher nochmals zu einer
Versammlung im Dorfkrug, an der vorwiegend die noch
in Miersdorf verbliebenen Jugendlichen im Alter zwischen
14 und 18 Jahren teilnahmen. Zum neuen Vorsitzenden
wurde Josef Grzesik gewählt. Zudem beschloss man,
um bessere Spielmöglichkeiten zu haben, dem Verband
Brandenburgischer Ballspielvereine beizutreten. |